In den letzten Jahren entstand durch intensive Arbeit der verschiedenen Gremien (Gesamtkonferenz, Schulkonferenz, Gesamtelternbeirat, Schülerparlament) ein spezifisches Profil der Fridtjof-Nansen-Schule. Dieses Profil beinhaltet eine Beschreibung des gegenwärtigen Zustands der pädagogischen Arbeit in unserer Schule und soll in einem ‚Schulprofil-ABC’ stichwortweise dargestellt werden.

A - Anfangsunterricht

Die ersten beiden Schuljahre stellen eine pädagogische Einheit dar. Die Lehrgänge im Lesen, Schreiben und Rechnen sind so angelegt, dass sie sich über einen Zeitraum von zwei Schuljahren erstrecken. Die Schülerinnen und Schüler rücken ohne Versetzung in die Jahrgangsstufe 2 vor. Eine Rücknahme in die Jahrgangsstufe 1 ist nur in Ausnahmefällen zulässig. Während dieser Phase sollte nach Möglichkeit kein Lehrerwechsel stattfinden.

Die Leistungen der Kinder werden zum ersten Mal im  zweiten Halbjahr des 2. Schuljahres benotet. Dies ist ein wichtiger Einschnitt, der behutsamer pädagogischer Begleitung bedarf.

Wir berücksichtigen, dass die Kinder sehr unterschiedliche Lernvoraussetzungen mitbringen. Um allen Kindern gerecht zu werden, sind ‚Differenzierung‘ und ‚Individualisierung‘ notwendig. Deswegen soll ein Anfangsunterricht im Bereich Sprache durchgeführt werden,

  • der Kinder von Anfang an die kommunikativen Funktionen von Schreiben und Lesen erfahren lässt,
  • der Kindern ein aktives, entdeckendes, selbstständiges Lernen in offenen Lernformen (Freie Arbeit, Projekte) ermöglicht,
  • der Produktion und Präsentation von eigenen Texten der Kinder zur Grundlage des Lesen- und Schreibenlernens macht.

Das Konzept ‚Lesen durch Schreiben‘ berücksichtigt diese Punkte und sollte daher bevorzugt im Unterricht eingesetzt werden.  

Im zweiten Schuljahr lernen die Kinder eine verbundene Schrift, nachdem sie zuvor nur Druckschrift gelesen und geschrieben haben.  

Im Mathematiklehrgang geht es neben dem Erwerb des Zahlbegriffs um die Einführung der grundlegenden Rechenoperationen und die Erweiterung des Zahlenraumes bis zur 100 im 2. Schuljahr. Schon in dieser frühen Phase legen wir Wert darauf, dass die Kinder Zusammenhänge erkennen, Lösungswege finden und gewonnene Kenntnisse auf neue Sachverhalte übertragen.

Darüber hinaus bieten wir den Kindern im 1. und 2. Schuljahr eine Kompetenzerweiterung im musischen, künstlerischen und sportlichen Bereich.

B - Begegnungen

Den Bildungsstandards gemäß versucht die Fridtjof-Nansen-Schule die Schülerinnen und Schüler in der Entwicklung ihrer Identität, ihrer Interessen, ihrer kulturellen und moralischen Wertvorstellungen zu unterstützen und ihnen Spielraum für vielfältige soziale Interaktionen zu geben.  

Freundschaften sind für die Kinder ein zentrales Erfahrungsfeld. Sie werden deshalb schon bei der Zusammenstellung der Anfangsklassen berücksichtigt. Im Rahmen des Ganztagsbetriebs ermöglicht die Fridtjof-Nansen-Schule  neue Begegnungen und Freundschaften über die eigene Klassengemeinschaft hinaus.

B – Bewegte Schule

Folgende Aspekte, die im Schulprogramm als Ziele formuliert wurden, sind als feste Bestandteile in die schulische Arbeit aufgenommen worden:

-        tägliche Bewegungszeit

-        Spielgeräteverleih

-        aktive Pause

-        vielfältige Arbeitsgemeinschaften, die der Bewegung dienen

-        Gewährung von drei Sportstunden

-        Schwimmunterricht (durchgeführt im zweiten Schuljahr)

-        Teilnahme an internen und externen Wettkämpfen

-        Wandertage

In Folge dieser vielfältigen Angebote ist festzustellen, dass sich die Schüler überwiegend gern sportlich betätigen und bewegen und diese Freude an der Bewegung auch in den Freizeitbereich übertragen. Für das Lernen bedeutet es, dass die Schüler immer wieder Auflockerungen erfahren, die deren Aufnahmefähigkeiten verbessern.
Für das gesamte Kollegium ist die Bewegung in der Schule ein wichtiger Aspekt der pädagogischen Arbeit.

C – Computer

Die Kinder nutzen den PC als differenzierendes Übungsmittel. Der Unterricht wird so strukturiert, dass der PC in offenen Unterrichtsformen (Tages- und Wochenplan, Projekte, Stationsarbeit) eingesetzt werden kann. Den Kindern stehen hierbei spezielle Lernprogramme zur Verfügung:   

·       Lernwerkstatt 8

·       Mathetiger

·       Internet-Lernprogramme wie Antolin und Mathepirat

Die Kinder nutzen den PC zur altersgemäßen Informationsbeschaffung. Im Unterricht, besonders im Sachunterricht, haben die Kinder die Möglichkeit, auf digitale Medien wie entsprechender Lernsoftware bzw. Lexika in Form von CDs oder DVD’s zuzugreifen. Die altersgemäße Nutzung des Internets zur Informationsbeschaffung wird den Kindern durch die Ausstattung (Computerraum mit Internetzugang) sowie entsprechenden Unterrichtsstrukturen ermöglicht. Auf der Homepage sind ausgewählte Internetseiten zusammengestellt.

D – Diagnose und Förderung

Um jedes Kind zu fördern und auf seine Bedürfnisse einzugehen führen wir klassenweise oder gegebenenfalls individuell folgende diagnostische Verfahren durch:

Deutsch:

·       Münsteraner Screening

·       Stolperwörter Lesetest

·       Online – Diagnose

·       Lesewege

·       Lernstandserhebungen

Mathe:

·       Embi (Mathematische Interviews)

·       Birte

·       Online – Diagnose

·       Lernstandserhebungen

Weitere Informationen zur individuellen Förderung sind im schuleigenen Förderkonzept zu finden (siehe Anhang).

E - Einschulung

Der Übergang zwischen Kindergarten und Grundschule soll aus der Sicht der Kinder nicht als Bruch, sondern als Brücke erlebt werden.

Die Vorbereitung für die Einschulung der kommenden ersten Schuljahre beginnt bereits in der Zeit nach den Herbstferien. In einer ersten Informationsveranstaltung in der Schule werden vom Schulleiter allgemeine Informationen zur Struktur der Schule gegeben. Das Konzept der Schule wird erläutert, Kriterien der Schulfähigkeit und Fördermöglichkeiten werden verdeutlicht. Dargestellt werden der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule, das Betreuungsangebot sowie der Vorlaufkurs.   

Die Anmeldung der Kinder erfolgt im Oktober. Die Aufnahme erfolgt durch den Schulleiter in einem kurzen Gespräch mit den Kindern und Eltern. In einer kurzen Begegnung, die durchaus Rückschlüsse auf die Schulfähigkeit des Kindes zulässt, werden erste persönliche Eindrücke vom Kind gewonnen. Mit den Eltern werden vor allem Sprach – und Schulfähigkeit (insbesondere die deutschen Sprachkenntnisse) und Auffälligkeiten im Hinblick auf Entwicklungsverzögerungen erörtert.

Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse besuchen ab Anfang November einen Vorlaufkurs, der täglich zwei Stunden in der Schule angeboten wird.  

Ende Februar / Anfang März erfolgt die schulärztliche Untersuchung. 

Nach den Osterferien wird ein ‚Schultag zum Kennen lernen‘ durchgeführt. Alle künftigen Schulanfänger verbringen einen Vormittag in der Schule. Dieser Vormittag wird so gestaltet, dass die Kinder einen positiven Eindruck davon erhalten, wie Schule sein kann. Es werden Gruppen  gebildet, die von Lehrerinnen/Erzieherinnen betreut werden. Zielsetzung dieses Vormittags ist die erste Begegnung der Kinder mit der Schule. Für jeden Schultag zum Kennen lernen wird ein festes Programm erstellt. In einer anschließenden Konferenz werden die Ergebnisse ausgewertet. Weitgehende Rückschlüsse auf die Schulfähigkeit werden dadurch gewonnen.

Sofern eine übereinstimmende Meinung (Schularzt - Schultag zum Kennen lernen) besteht, dass das Kind noch nicht schulfähig ist, wird den Eltern ein Gespräch angeboten, in dem über eine Zurückstellung und die Möglichkeit des Besuchs der Vorklasse beraten wird.

In den Wochen vor den Sommerferien besuchen die zukünftigen Schulanfänger noch einmal die Fridtjof-Nansen-Schule und nehmen an einer Unterrichtsstunde in einer Schulklasse teil.

In dieser Zeit sollten die zukünftigen Erstklassenlehrerinnen im Kindergarten hospitieren, um die Kinder in ihrem dortigen Umfeld und sozialen Kontext kennen zu lernen.  Weitere Möglichkeiten der institutionellen Zusammenarbeit könnten sein:

-   gemeinsame Wanderungen

-   Schulkinder lesen den Kindergartenkindern vor

- zu Generalproben in der Schule werden die Kindergartenkinder eingeladen

-   Schulbesichtigungen durch die Kindergartenkinder

Ebenfalls noch vor den Sommerferien findet in der Schule ein erster Elternabend statt. Hier erhalten die Eltern Informationen über

·     unsere Schule

·     den Schulanfang

·     die Klassenlehrerinnen

·     die Klasseneinteilung

·     Inhalte im Unterricht

·     das benötigte Material

Am Dienstag nach den Sommerferien erfolgt die Einschulung in einem festlichen Rahmen. Diese Einschulungsfeier wird jeweils von den vierten Klassen gestaltet.

E - Erwerb von Schlüsselqualifikationen

Vor dem Hintergrund, dass jedes materiell bezogene Schulwissen innerhalb kürzester Zeit relativiert wird, steht der Anspruch/die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens. Dazu ist nur der imstande, der über Schlüsselqualifikationen verfügt. Dazu gehören:

  •  Beherrschung der Lern- und Arbeitstechniken (verschiedene Methoden, Fähigkeit zu abstrahieren, Transferfähigkeit)
  •  Flexibilität und Kreativität (Ideen entwickeln und umsetzen, Fähigkeit zur Arbeitsplanung und -organisation, sich auf neue Situationen einstellen)
  •  Problemlösungs- und Entscheidungskompetenz (Probleme erkennen, Verfahren zur Problemlösung anwenden)
  •  Kommunikation und Kooperation (Bereitschaft und Fähigkeit zur Teamarbeit, sich besprechen und andere informieren, Einfühlungsvermögen entwickeln, mit Kritik umgehen können)
  •  Organisation und Durchführung einer Arbeitsaufgabe (Planung, Genauigkeit, Zielstrebigkeit, Organisationsfähigkeit, Koordinationsfähigkeit)
  •  Selbstständigkeit und Eigeninitiative (Eigeninitiative entwickeln, Verantwortung übernehmen, Zuverlässigkeit, umsichtiges Handeln, Selbstkritik, Ergebnisse beurteilen, Entscheidungen treffen)

E - Erziehung

Die Fridtjof-Nansen-Schule bekennt sich zum Bildungsauftrag der Schule und zu den im §2 HSchG aufgeführten Erziehungszielen, wie z.B.

  •  Die Kinder sollen die Willenskraft entwickeln, für sich und andere zu lernen und Leistungen zu erbringen.
  •  Sie sollen die Fähigkeit zur Zusammenarbeit und zum sozialen Handeln entwickeln.
  • Sie sollen Konflikte vernünftig und friedlich lösen, aber auch Konflikte ertragen.
  • Sie sollen Kreativität und Eigeninitiative entwickeln.
  • Sie sollen sich Informationen verschaffen, sich ihrer kritisch bedienen, um sich eine eigenständige Meinung zu bilden und sich mit den Auffassungen anderer unvoreingenommen auseinander setzen zu können.
  • Sie sollen ihre Wahrnehmungs-, Empfindungs- und Ausdrucksfähigkeit entfalten.

Um die Erziehungsziele zu verwirklichen schließen Schule und Eltern eine Erziehungsvereinbarung ab. Die Kooperation zwischen Eltern und Schule hat einen hohen Stellenwert.

F - Förderverein

Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt:

1. Die lebendige Schulgemeinschaft zu fördern.

2. Bei ehemaligen Schülerinnen und Schülern und Eltern sowie Bürgerinnen und Bürgern das Gefühl der Verbundenheit mit der Schule zu pflegen.

3. Die pädagogische Arbeit der Fridtjof-Nansen-Schule in ihren unterschiedlichen Belangen zu unterstützen.

4. Die Schule nach Möglichkeit im Ausbau der schulischen und außerschulischen Einrichtungen und durch Veranstaltungen zu unterstützen, sowie außerunterrichtliche Veranstaltungen an der Schule zu fördern. Dazu gehört insbesondere ein qualifiziertes Betreuungsangebot und die finanzielle Unterstützung der Arbeitsgemeinschaften.

F - Frühstück

Das gemeinsame Frühstück findet vor der ersten Pause im Klassenraum statt. Hierbei wird besonderer Wert auf ein gesundes Frühstück gelegt.

Verschiedene Klassen nutzen darüber hinaus die Möglichkeit, in regelmäßigen Abständen ein gemeinsames Frühstück in der Schulküche vorzubereiten und einzunehmen. 

G - Ganztagsschule

Mit Beginn des Schuljahres 2008/2009 wurde die Fridtjof-Nansen-Schule eine Grundschule mit Ganztagsangebot mit Profil 1. Eine ausführliche Konzeptbeschreibung befindet sich im Anhang.

G - Gesundheitserziehung

Die Fridtjof-Nansen-Schule arbeitet in allen Klassen mit dem Programm ‚Klasse 2000’. Klasse2000 ist das bundesweit größte Programm zur Gesundheitsförderung, Sucht- und Gewaltvorbeugung in der Grundschule. Es begleitet Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse, um ihre Gesundheits- und Lebenskompetenzen frühzeitig und kontinuierlich zu stärken. Dabei setzt es auf die Zusammenarbeit von Lehrkräften und externen Klasse2000-Gesundheitsförderern.

Klasse2000 fördert die positive Einstellung der Kinder zur Gesundheit und vermittelt Wissen über den Körper.

Bewegung, gesunde Ernährung und Entspannung sind ebenso wichtige Bausteine von Klasse2000 wie der Umgang mit Gefühlen und Stress, Strategien zur Problem- und Konfliktlösung.

So unterstützt Klasse2000 die Kinder dabei, ihr Leben ohne Suchtmittel, Gewalt und gesundheitsschädigendes Verhalten zu meistern.

G - Gewaltprävention

Ständiges  Ziel ist die Entwicklung eines Schulklimas, in dem die Kinder gewalt- und angstfrei miteinander umgehen. Dabei lernen sie, Regeln und Grenzen einzuhalten. Sie sollen sich eigener Gefühle bewusst werden und diese angemessen zum Ausdruck bringen. Ziel ist das Erlernen von Strategien zur gewaltfreien Konfliktlösung und deren Anwendung.

Während des Schultages stehen folgende Maßnahmen im Mittelpunkt, damit die Kinder ‚Regeln und Grenzen’ einhalten können:

·    Eine Handvoll Regeln: Ich bin höflich, ich bin rücksichtsvoll, ich bin ehrlich, ich bin hilfsbereit, ich bin sorgsam

·       Sterneliste für jede Klasse

·     Monatseröffnung mit Ehrung der Kinder, die keine Sterne verloren haben

·       Schüleraufsicht in den Pausen

·       Sozialtraining

·       Regelmäßige Sitzungen des Klassenrats

·       Regelmäßige Sitzungen des Schülerparlaments

·       Teilnahme am Projekt ‚Klasse 2000’

Eltern müssen in ihrer eigenen Erziehungskompetenz unterstützt und gefördert werden, sodass Schule und Elternhaus gleiche Ziele verfolgen und nach gleichen Erziehungsgrundsätzen handeln.

Hierzu dienen folgende Maßnahmen:

  • Erziehungsvereinbarungen
  • Elterngespräche
  • Elternsprechtage

Gewaltprävention und der Umgang mit Gewalt bedeuten Umgang mit Komplexität. Aus diesem Grund ist es notwendig, dass alle am Erziehungsprozess beteiligten Personen und Institutionen zusammenarbeiten. Dies ist eine zentrale Einsicht des Netzwerklernens und der Organisationsentwicklung.

Deshalb:

  • Kollegiale Beratung
  • Einmal jährlich stattfindender ‚Runder Tisch’ mit den benachbarten Kindergärten.
  • Regelmäßige Gespräche mit den Mitarbeiterinnen des Horts bzw. Teilnahme des Horts an den Dienstbesprechungen mit entsprechenden Tagesordnungspunkten.
  • Teilnahme am Kooperationskreis Süd

K - Kinder mischen mit

Die Kinder dürfen bei uns mitbestimmen. Dafür bestehen folgende methodische Möglichkeiten:

  •  Gespräche führen (Vorbild Lehrer, Gesprächsregeln)
  • Spielerische Übungen wie: aufeinander zugehen, Meinungen begründen, Argumente wahrnehmen, Interviews durchführen
  •  Regeln erfahren und aufstellen
  • Konflikte lösen (durch spielerische Übungen wie Konfliktstühle, Rollenspiele, Konfliktgruppe)

K - Kreis

Der regelmäßige gemeinsame Kreis hat vielfältige pädagogische Vorzüge.

In unserer Schule werden folgende Formen des Zusammenkommens im Kreis praktiziert:

  • der Erzählkreis (Wochenanfangskreis, Morgenkreis)
  • das Kreisgespräch, das sich mit einem Unterrichtsgegenstand, einem Arbeitsergebnis   oder der Aufstellung des Tages- bzw. Wochenplans befasst 
  • der Gesprächskreis, in dem aktuelle Klassenkonflikte gemeinsam besprochen werden
  • das Freitagsgespräch, um die Woche rückblickend zu reflektieren und die neue Woche vorausplanen. 

L - Leistung

Kinder sind nicht nur verschieden, sondern sie lernen auch auf unterschiedlichste Weise und in einem eigenen Lernrhythmus. Die Schule soll einerseits die Vielfalt, individuelle Förderung und lebendiges Lernen in den Mittelpunkt stellen. Anderseits steht im Mittelpunkt die Auslese, die Erfüllung von Standards, nach messbaren Ergebnissen. Der Leistungsbegriff soll sich in beide Richtungen bewegen. Wir wollen die Entwicklung zu vielseitigen, flexiblen, selbstständigen und verantwortlichen Kindern. Das Lernen soll nicht in gleichen Bahnen für alle verlaufen, sondern der Unterschiedlichkeit der Kinder durch vielfältige Formen und Anlässe, durch eigentätiges, aktives Auseinandersetzen mit der Sache entsprechen.  

Im Mittelpunkt jeglicher Leistungserziehung steht der pädagogische Leistungsbegriff: Die Schule ist dem Bildungsanspruch jedes Individuums verpflichtet. Wesen des pädagogischen Leistungsprinzips ist es, Anforderungen zu stellen, die keine Angst erzeugen, was auf Individualisierung und Differenzierung verweist.  

Lernzuversicht und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten dürfen den Schülern auch bei Fehlern bzw. Scheitern nie verloren gehen.  

Schule als ‚Einübungsraum fürs Leben‘ und Lehrer als Anwälte der Kinder müssen ungerechtfertigte Ansprüche, die Druck erzeugen könnten, zurückweisen. Grundschule muss grundlegende Bildung vermitteln, zu der Leistungsmotivierung und Lernzuversicht bei jedem Kind gehören. Jedem einzelnen Kind muss zu der ihm persönlichen möglichen Leistungshöhe und -breite verholfen werden. Anforderungen sollen als sinnvoll erlebt werden und ihre Erfüllung anerkannt werden, um das Selbstwertgefühl zu begründen, durch das die Lernbereitschaft dauerhaft erhalten bleibt. 

L - Leseförderung

Die Kinder sollten bis Ende der Jahrgangsstufe 2 altersgemäße Texte sinnerfassend lesen können.

Mit Hilfe der Anlauttabelle und der Rechtschreibwerkstatt lernen die Kinder Buchstaben und Laute kennen und automatisieren sie im Umgang mit diesen Materialien.

Über das Schreiben von Wörtern und kleinen Texten wird die Lesefertigkeit erworben.

Um die Freude am Schreiben zu erhalten, werden interessante Schreibanlässe angeboten.

Durch verschiedene Angebote, Projekte und Materialien wird die Lesemotivation gefördert.

Zur Förderung des mündlichen Sprachgebrauchs werden vielfältige Sprechanlässe angeboten.

Die Kinder können die unterschiedlichen Medien zur individuellen Förderung der Lesekompetenz nutzen. Sie holen Informationen ein mit Hilfe von

- Wörterbüchern

- Sachbüchern

- Lexika

- Zeitschriften

- Computer

Sie überprüfen selbstständig ihre Leseleistung (Verständnis und Schnelligkeit)

 - am Computer mit Antolin

   - mit entsprechenden Lernspielen

   - mit Arbeitsblättern

Sie schreiben und lesen eigene Texte sowohl in Schreibwerkstätten als auch am Computer.

Die Texte können auf der Schulhomepage veröffentlicht werden.

Alle Kinder können erfolgreich am Unterricht mitarbeiten, indem bestehende Lernschwierigkeiten durch individuelle Förderung ausgeglichen wird. Folgende Möglichkeiten können im Unterricht angewendet werden:

  • Training der phonologischen Bewusstheit
  • Differenzierung im Unterricht zur Steigerung der Lesefertigkeit
  • Besondere Regelungen für die Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung
  • Stärkung der Sinne (Theater, Rollenspiele, Kneten, Kochen)

Die FNS ist darauf bedacht, die Lust am Lesen zu wecken, zu erhalten und zu fördern.

Der Klassenlehrer führt die Kinder durch entsprechende Materialien, besonders während der täglichen 10-minütigen Lesezeit, an das freie Lesen heran.  Darüber hinaus können die Schüler durch Angebote wie Kuschellesen, Lesenachmittag, Lesenacht oder Autorenlesung Lesen „als Genuss“ erfahren. Die an der Schule etablierte allmonatliche Vorlesestunde bietet den Kindern eine weitere Möglichkeit, Lesen lustvoll zu erleben. Klassenbüchereien, Besuch von Buchhandlungen und unsere Schülerbibliothek bieten Kindern die Gelegenheit, sich auf eine besondere Leseatmosphäre einzulassen.

Die Kinder mit Migrationshintergrund können ihr Sprachvermögen und Textverständnis verbessern, indem sie ihrem Wortschatz durch vielfältige Lernangebote erweitern und durch individuelle Lesehilfen Texte erschließen.

Die Erweiterung des Wortschatzes und die somit folgende Ausweitung des Sprachvermögens geschieht durch:

-       das Lesen von Sach- und Gebrauchstexten

-       die Beschreibung von Gegenständen

-       die Weitergabe von Informationen

-       das Kennen lernen von Sprachkonventionen

Dies wird unterstützt durch die Arbeit mit Wörterbüchern und die Inanspruchnahme der Schulbücherei.

Zur Förderung des Textverständnisses werden Lesehilfen eingesetzt, Texte entlastet und Texte gemeinsam erschlossen.

Die Kinder können bis zum Ende der Jahrgangsstufe 4 Lesekompetenz entwickeln, indem sie Texte sinngemäß wiedergeben, einfache und weiterführende Schlussfolgerungen ziehen und diese begründen.

Die Schüler lernen altersgemäße Texte sinnentnehmend zu erlesen. Als Hilfestellung werden ihnen Texte und Aufgabenstellungen mit Schlüsselwörtern aufbereitet.

Die Kinder entwickeln Lesestrategien, indem sie u.a. Fragen stellen, selbstständig Schlüsselwörter unterstreichen und Vorhersagen treffen.

Fächerübergreifend werden den Schülern verschiedene Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit Texten wie z.B. Literaturprojekte, Gedicht-Werkstatt, Rollenspiele oder Theater gegeben.

Die Kinder können ihre Lesekompetenz erweitern, indem sie von den Eltern im Leselernprozess zusätzlich unterstützt werden.

Um das Lesen im häuslichen Bereich zu unterstützen, sollen die Eltern ihre Kinder regelmäßig zum Lesen anregen und anhalten. Eine Übersicht, der Lesetipps beinhaltet, wird in das Mitteilungsheft aufgenommen.

Im Ganztag wird die Lesekompetenz gesteigert durch verschiedene Angebote, z. B.

 ·      Individuelle Förderung im Lernraum

·      Arbeitsgemeinschaften

·      Öffnung der Bücherei auch am Nachmittag

M - Mitarbeit der Eltern

Besonders wünschenswert ist die Mitarbeit der Eltern in der Schule. Grundlegend heißt es im § 16 Abs. 4 HSchG: „Die Mitarbeit von Eltern und anderen geeigneten Personen im Unterricht und an Angeboten der Schule ist möglich. Die Grundsätze der Mitwirkung beschließt die Schulkonferenz auf der Grundlage einer Konzeption der Konferenzen der Lehrkräfte.“ Darüber hinaus bedarf eine solche Entscheidung der Schulkonferenz der Zustimmung des Schulelternbeirats (§ 110 Abs. 2 HSchG).

Inhaltliche Voraussetzungen für Elternmitarbeit:

  • Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule (§ 2 HSchG) muss beachtet werden.
  • Durch Elternmitarbeit sollen besondere Fähigkeiten und Kenntnisse eingebracht werden, aber nicht Bereiche abgedeckt werden, für die Lehrkräfte auf Grund ihrer Ausbildung zuständig sind.
  • Elternmitarbeit soll eine sinnvolle Ergänzung der schulischen Bildungs- und Erziehungsarbeit darstellen.  

 Mögliche Formen der Elternmitarbeit an der Fridtjof-Nansen-Schule:

  • Gemeinsame Unternehmungen auf Klassenebene (Bastelnachmittage, Grillfeste, Eltern – Kind – Wanderungen, Weihnachtsfeiern, Betreuung bei Ausflügen und Klassenfahrten, Vorbereitung eines gemeinsamen Frühstücks)
  • Mitwirkung im Förderunterricht / Betreuung der Lernräume
  • Vorbereitung und Mitwirkung bei Schulfesten
  • Angebote für Arbeitsgemeinschaften im Rahmen von Projektwochen und des Ganztags
  • Einbringen besonderer handwerklicher Fähigkeiten (Häkeln, Stricken, Schreinern, Töpfern) und musikalischer Talente 
  • Betreuung einer schuleigenen Bibliothek

O - Orientierung

Es gilt, die Kinder zu stärken:

  • Die Kinder müssen die Möglichkeit bekommen, ihr Können unter Beweis zu stellen. Sie sollen erfahren, dass ihre Bemühungen anerkannt werden.
  • Kinder brauchen Orientierung. Orientierung erwächst aus der Begegnung mit Menschen, die ihnen Vorbilder sind.
  • Orientierung erwächst aus der Einhaltung von vereinbarten Regeln.
  • Orientierung erwächst aus der Auseinandersetzung mit den Fragen des Lebens. Kinder brauchen die Gewissheit, dass ihre Ängste, Fragen und Sorgen ernst genommen werden. Im Schulalltag müssen diese Bedürfnisse Berücksichtigung finden.
  • Orientierung erwächst aus der Erfahrung von Gerechtigkeit und Konsequenz. Kinder brauchen deshalb Lehrerinnen und Lehrer, die ihnen gegenüber gerecht, ehrlich und verlässlich sind.

O - Offener Unterricht

Zur Förderung der individuellen Leistungsfähigkeit sowie zur Entwicklung der Schlüsselqualifikationen wird ab der ersten Klasse offener Unterricht angeboten. Formen dieses Unterrichts sind:

  • Tages- und Wochenplan
  • Freie Arbeit
  • Lernen in Stationen
  • Werkstattunterricht
  • Lernen in Projekten
  • Partner- und Gruppenarbeit
  • Kooperative Arbeitsformen

Ö - Öffnung

Die Fridtjof-Nansen-Schule versteht sich als ein lernendes System, das sich am besten weiterentwickelt, wenn sichergestellt ist, dass ein lebendiger Austausch mit anderen an Unterricht und Erziehung beteiligten Institutionen in der Gesellschaft gewährleistet ist.  

Aus diesem Grunde werden folgende Möglichkeiten konsequent genutzt:

  • Zusammenarbeit mit der Universität Kassel und dem Studienseminar. Studentinnen und Referendarinnen regen die Arbeit und die pädagogische Diskussion im Bereich unserer Schule konstruktiv an.
  • Zusammenarbeit mit den benachbarten Kindergärten
  • Zusammenarbeit mit weiterführenden Schulen
  • Zusammenarbeit mit dem Beratungs- und Förderzentrum
  • Zusammenarbeit mit den benachbarten Sportvereinen
  • Die Zusammenarbeit mit dem Schulpsychologen, der Schulärztin und dem zuständigen Jugendamt bei Auftreten besonderer Probleme bei Schülern.
  • Kooperation mit der Musikschule der Stadt Kassel
  • Unterrichtsgänge in die nähere Umgebung, z.B. Dönche und Habichtswald.
  • Auch Besuche der Museen. Theatern oder anderen außerschulischen Orten wie zum Beispiel Feuerwehr, Polizei oder Handwerksbetrieben haben einen festen Platz im Unterrichtsprogramm der Klassen. Erweitert und vertieft werden diese Erfahrungen im Rahmen von Wandertagen und Klassenfahrten.

 Öffnung von Schule bedeutet den Kindern beim Lernen und Erkunden der sie umgebenden Welt Begegnungsfelder innerhalb und außerhalb der Schule zu eröffnen. Hierzu werden sowohl Lernstandorte außerhalb der Schule aufgesucht, als auch Möglichkeiten geschaffen, außerschulische Erfahrungsorte in die Schule zu bringen.

Ö – Ökologische Erziehung

Auf dem Schulgelände der Fridtjof-Nansen-Schule kommen die Schüler mit Natur in Berührung durch alten Baumbestand, Frühlingswiese und Hecken.
In näherer Umgebung der Schule bieten das Naturschutzgebiet Dönche und der Park Schönfeld weitere Möglichkeiten zur Naturerkundung und -erfahrung. Eine andere Gelegenheit hierfür stellt ein Aufenthalt in der Waldschule dar.
Die Schüler sollen ihre Umwelt bewusst erleben und schützen lernen. Dazu gehört:

  • dass sie die auf dem Schulgelände vorhandenen Tiere und Pflanzen kennen, pflegen und achten
  • dass sie das Schulgelände sauber halten
  • dass sie Müll vermeiden und vorhandenen trennen
  • dass Angebote des Schulbiologischen Zentrums genutzt werden

Darüber hinaus sollen die Kinder in der Lage sein, das Erlernte auch außerhalb der Schule anzuwenden.

P- Projekte

Alle zwei Jahre findet eine Projektwoche (oder Projekttage) für alle Kinder statt. Die Durchführung kann nach Beschluss des Kollegiums klassenweise oder jahrgangsübergreifend erfolgen.  

Daneben werden vielfältige Formen von Projektunterricht in den Klassen durchgeführt. 

R - Rechte der Kinder

In einer kindergerechten Schule können sich Kinder sicher und geborgen fühlen, ohne Mobbing und Gewalt lernen, ihre Potenziale entwickeln, sich beteiligen und Verantwortung übernehmen.

Die Kinder dürfen bei uns mitbestimmen. Dafür bestehen folgende methodische Möglichkeiten:

  • Gespräche führen (Vorbild Lehrer, Gesprächsregeln)
  • Spielerische Übungen wie: aufeinander zugehen, Meinungen begründen, Argumente wahrnehmen, Interviews durchführen
  • Regeln erfahren und aufstellen
  • Konflikte lösen (durch spielerische Übungen wie Konfliktstühle, Rollenspiele, Konfliktgruppe)

In folgenden Gremien und Funktionen können sich Kinder beteiligen und mitbestimmen: 

  •  Gesprächskreise
  • Klassenrat
  • Klassendienste
  • Verträge
  • Klassensprecher
  • Schulsprecher
  • Schülerparlament

R - Religionsunterricht

Der Religionsunterricht wird in konfessionell gemischten Lerngruppen im Klassenverband erteilt. Die Religionsfachkonferenz hat die Unterrichtsinhalte in Anlehnung an die Bildungsstandards gemeinsam erstellt. Besonders im Religionsunterricht mit allen Kindern kann das Erleben von Gemeinschaft in ihrer Vielfältigkeit erfahrbar gemacht werden und das Verständnis füreinander gelernt werden.

Im Rahmen des Religionsunterrichts nutzen wir auch außerschulische Lernorte und eröffnen durch Projekte Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen. Der Jahresrhythmus mit seinem Festkreis setzt Akzente.

R - Rhythmisierung

Da 45-Minuten-Stunden den individuellen Lernrhythmen und den wechselnden Lernsituationen der Kinder nicht gerecht werden, wird an der Fridtjof-Nansen-Schule die Stundentafel flexibel gehandhabt und der Schultag altersgemäß rhythmisiert. Eine Übersicht befindet sich im Anhang im Ganztagskonzept.

Regelmäßig wiederkehrende Bausteine und zeitliche Fixpunkte wie Morgen-, Mittags- oder Wochenabschlusskreise, Pausen, gemeinsames Frühstück, Phasen von Freier Arbeit sowie Spiel- und Bewegungszeiten erleichtern den Kindern die Orientierung und schaffen eine Atmosphäre der Sicherheit und des Vertrauens. 

Sch - Schulleben

Schulleben wird während und außerhalb des Unterrichts erfahrbar. Zentrale Situationen schulischen Lebens vollziehen sich

  • auf der Ebene der Klasse durch Morgenkreis, Geburtstagsfeiern, gemeinsames Frühstück und in anderen Situationen, die gemeinsam mit den Kindern entwickelt werden
  • auf der Ebene des Jahrgangs in Begegnungen der Kinder im Bereich der Parallelklassen und der Patenklassen. (Klassen 1 und 4). Dies geschieht in den Pausen, in Phasen offenen Unterrichts oder bei gemeinsam geplanten Projekten und in der monatlich stattfindenden Vorlesestunde.
  • auf der Ebene der gesamten Schule im Forum: Monatseröffnungen, Aufnahme und Verabschiedung der Kinder,  Theateraufführungen, gemeinsames Singen, Siegerehrungen etc.

Außerdem wird Schulleben in verschiedenen Aktivitäten erfahrbar:

  •  Klassenfahrten werden im 3. und / oder 4. Schuljahr mehrtägig durchgeführt.
  • Erkundung der näheren Umgebung der Schule und Kassels durch Wandertage.
  • Ein Schulfest findet in der Regel alle 2 Jahre vor den Sommerferien statt. Es wird gemeinsam mit den Eltern geplant und durchgeführt.
  • Im Wechsel mit dem Schulfest finden alle 2 Jahre Projekttage bzw. eine Projektwoche statt.
  • Weihnachtsfeiern werden klassenweise mit Eltern organisiert.
  • Besuch von Vorführungen im Staatstheater oder Komödie. 

Sch - Schulcurriculum

Auf der Grundlage des hessischen Kerncurriculums haben die Fachkonferenzen für alle Fächer ein schulinternes Schulcurriculum entwickelt.  In diesem Curriculum ist in Orientierung auf das Erreichen der Bildungsstandards für unsere Schule festgeschrieben, ̈ welche Konkretisierungen des Kerncurriculums die FNS verbindlich regelt, welche pädagogischen Vereinbarungen die FNS dazu getroffen werden und wie die schulorganisatorischen Regelungen darauf abgestimmt werden. Verständigung und Verpflichtung auf Schulebene sind unabdingbar, um ein vergleichbares Lernangebot für Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten.

U - Unterricht im 3. und 4. Schuljahr

Aufgabe des Deutschunterrichts ist es, die unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen der Kinder sowohl im Bereich der gesprochenen als auch der geschriebenen Sprache aufzugreifen und so wirksam wie möglich zu entfalten und zu erweitern. (vgl. Hessischer Rahmenplan, Kultusministerium Hessen, Wiesbaden Juni 1995)

 

Im dritten und vierten Schuljahr wird an die Grundlagenarbeit der ersten beiden Schuljahre angeknüpft. Im Bereich Lesen und Schreiben erfolgen ein Aufbau und eine Vertiefung des bisher erworbenen Wissens.

 

Ziel ist, in Anlehnung an den hessischen Rahmenplan, eine Kompetenzerweiterung in folgenden Bereichen:

 

  • Erzählen und Geschichten schreiben
  • Sich informieren und sachbezogen verständigen
  • Lesen und mit Literatur umgehen
  • Sprache untersuchen und richtig schreiben

 

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt im Bereich der Leseförderung. Detaillierte Informationen dazu sind unserem Lesekonzept zu entnehmen.

 

In Mathematik wird der Zahlenbereich bis zum Ende des vierten Schuljahrs auf 1 Million erweitert. Die verschiedenen schriftlichen Rechenverfahren werden eingeführt und geübt. Im Unterricht werden die Standardeinheiten Längen, Zeitspannen, Gewichte und Rauminhalte behandelt.

 

Rechenverfahren und Größen werden in Sachsituationen mit kindlichem Lebensweltbezug  angewendet. Ebenso führen wir in grundlegende Bereiche der Geometrie ein.

 

Die Kinder werden angeleitet die fünf allgemeinen mathematischen Kompetenzen der Bildungsstandards Mathematik (Beschlüsse der Kultusministerkonferenz, Luchterhand 2004) aufzubauen:

 

  • Problemlösen: Die Schüler lernen ihre mathematischen Fertigkeiten bei der Lösung von Problemstellungen anzuwenden und eigene Lösungsstrategien zu entwickeln sowie Zusammenhänge zu erkennen und auf ähnliche Sachverhalte zu übertragen.
  • Kommunizieren: Die Schüler lernen ihre Rechenwege zu beschreiben und reflektieren. Dabei wenden sie mathematische Begriffe sachgerecht an.
  • Argumentieren: Die Schüler lernen mathematische Zusammenhänge zu erkennen. Sie werden ermutigt Vermutungen aufzustellen und Begründungen zu hinterfragen und nachzuvollziehen.
  • Modellieren: Die Schüler lernen Sachtexten relevante Informationen zu entnehmen und diese mathematisch darzustellen; aber auch im Gegenzug zu einer Gleichung eine Sachaufgabe zu formulieren.
  • Darstellen von Mathematik:  Die Schüler lernen geeignete Darstellungen zur Lösung mathematischer Probleme auszuwählen und anzuwenden sowie verschiedene Darstellungen miteinander zu vergleichen.


Im Sachunterricht setzen die Kinder sich mit Sachverhalten aus ihrer sozialen, natürlichen und technischen Umwelt auseinander. Damit sollen die Kinder laut dem Perspektivrahmen Sachunterricht (Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts, Klinkhardt 2002) unterstützt werden, sich in ihrer Umwelt zurechtfinden, diese verstehen und reflektieren (Gegenwartsbedeutung) und gleichzeitig Voraussetzungen für späteres Lernen erwerben (Zukunftsbedeutung).Zudem fördern wir bei den Kindern die im Rahmenplan Grundschule (Hessisches Kultusministerium, Diesterweg 1995) genannten Schlüsselqualifikationen:

  • Mit anderen umgehen
  • Sich in Zeit und Raum orientieren
  • Beobachten
  • Vergleichen/ Unterscheiden/ Messen
  • Experimentieren/ Untersuchen/ Konstruieren
  • Probleme lösen und kritisch denken
  • Informationen sammeln, ordnen, weitergeben
  • Planen/ Projektieren


Darüber hinaus lernen die Kinder viele verschiedene Unterrichtsformen (Einzel, Partner-, Gruppenarbeit, Vortrag) kennen, um mit den grundlegenden schulischen Arbeitsformen vertraut zu werden. Dabei ist sorgfältiges und genaues Arbeiten bei schulischen Arbeitsaufträgen unerlässlich.

V- Vorklasse

Vorklasse als Chance

Seit dem Schuljahr 2008/2009 besteht in der Fridtjof-Nansen-Schule wieder eine der 1. Klasse vorausgehende Vorklasse. In ihr werden Kinder unter Berücksichtigung ihres individuellen Entwicklungsstandes in ihrer Lernfähigkeit angeregt und in ihren unterschiedlichen Entwicklungsbereichen bis zum Erlangen der Schulfähigkeit gefördert.

Der Besuch der Vorklasse kann als Chance für Kinder definiert werden, die aus verschiedenen Gründen Förderbedarf z.B. in folgenden Entwicklungsbereichen aufweisen:

  • Sozial-emotionale Entwicklung: z.B. Selbstvertrauen, Selbstständigkeit, Gruppenkom-petenz, Regelbewusstsein u.a.
  • Kognitive Entwicklung: z.B. Wahrnehmungs-, Gedächtnis- und Vorstellungsprozesse, Sprach- und Aufgabenverständnis, Mengenerfassung, Konzentration u.a.
  • Psychomotorische Entwicklung: z.B. Fein- und Grobmotorik

Diese und weitere Entwicklungsbereiche können im Rahmen des Vorklassenjahres gezielt innerhalb eines Jahres gefördert werden. Die Arbeit an diesen Entwicklungsberichen ist ganzheitlich und kindorientiert gestaltet:

  • Ganzheitlichkeit: Einbeziehung der Lebens- und Erfahrungswelt des Kindes, sowie Förderung aller Sinnes- und Wahrnehmungsbereiche.
  • Kindorientierung: Jedes Kind wird individuell dort „abgeholt“, wo es sich in seiner Entwicklung befindet. Aufgrund dessen wird für jedes Kind ein individueller Förderplan erstellt (Grundlage: Diagnostik nach Probst „Bereit für die Schule“ und Unterrichtsbeobachtungen).
  • Die Betonung der Stärken des Kindes ist hierbei besonders wichtig (Stärkeansatz, Ressourcenorientierung). Dies geschieht durch die Entwicklung bzw. Stärkung eines positiven Selbstkonzepts. Interessen und Anregungen, die die Kinder mit in den Unterricht bringen, werden in die Gestaltungsprozesse einbezogen.


Weitere wesentliche Grundlagen für die Arbeit in der Vorklasse sind u.a. folgende Aspekte:

  •  Die Entwicklung und Stärkung von Lernfreude, Lernneugierde und Schulmotivation
  • Vermittlung von Lernerfolgen
  • Brückenbauen“ zu anderen Lernerfahrungen und Lernfeldern
  • Stärken, aber auch Schwächen konstruktiv wahrnehmen
  • Lernstrategien entwickeln
  • Schaffung einer positiven Vertrauensebene innerhalb der Klasse und zur Schulgemeinschaft
  • Partizipation innerhalb des FNS-Schülerparlaments (Klassensprecher der Vorklasse)
  • Klassenübergreifendes Lernen: gemeinsames Lernen von und mit der Patenklasse und anderen Klassen

Der Tagesablauf in der Vorklasse ist rhythmisiert, was bedeutet, dass die Kinder ihn nach kurzer Eingewöhnungsphase als ein Wechselspiel von Spiel- und Lernphasen immer wieder erkennen. Die Unterrichtsgestaltung berücksichtigt Begrüßungs- und Abschlussphasen, Erzählkreise, freie und gelenkte Lern- und Spielangebote, Arbeitsphasen (Einzel-, Gruppen-, und Stationsarbeit), gemeinsames Frühstück, musikalische und künstlerische Erziehung, Sport (auch Entspannungsangebote wie Yoga), Sicherheit und Gesundheit, Pausenzeiten, Feste, Veranstaltungen und Projekttage, Unterrichtsgänge, Wandertage, Geburtstagsfeiern, sowie Förderstunden mit dem primären Schwerpunkt der Sprachkompetenzförderung.

Zu den inhaltlichen Schwerpunkten gehören:

  • Sozial-emotionales Lernen (z.B. „Finn Faustlos“, „Die Kistenkobolde“ u.a.)
  • Spielpädagogische Handpuppenspiele
  • Ethische Erziehung
  • Sprache und Kinderliteratur (z.B. „Bilderbuchkino“)
  • Theaterpädagogik: Darstellendes Spiel (z.B. „Das Traumfresserchen“), Papiertheater
  • Einführung in mathematisch-logisches Denken (Vorläuferkompetenzen)
  • Natur- und Sachbegegnung
  • bildnerisches Gestalten
  • rhythmisch – musikalische Erziehung
  • Bewegungserziehung

Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist bei der pädagogischen Arbeit von großer Bedeutung. Es ist wichtig, dass Eltern und Vorklassenleitung an einem Strang ziehen, sich austauschen und ergänzen.
Zudem ist eine Öffnung nach innen und außen für die sozialpädagogische Arbeit in der Vorklasse unerlässlich; daher wird der regelmäßige Kontakt mit Schulleitung und Kollegium gepflegt.

Die Vorklassenleitung arbeitet zudem mit Institutionen wie den Kindergärten, dem Jugendamt, Logopäden und Ergotherapeuten, dem SPZ, dem BFZ, der Schulpsychologin und anderen Einrichtungen zum Wohl der Kinder und einer adäquaten Förderung zusammen. In kontinuierlichen Treffen mit anderen Vorklassenleitungen, Fachleuten und in regelmäßigen Fortbildungen finden ein fachpädagogischer Austausch, fachliche Information, Beratung, Weiterbildung und Reflexion über die sozialpädagogische Arbeit statt.